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Published:  January 28, 2012
 
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From: anon-336695
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Slide 1: TRAUTEUCH! Von MARIAM LAU Warum wagen es so wenige M[nner und Frauen, einfach nur befreundet zu sein? Pliidoyer fiir ein Abenteuer Bitterkeit bequem. Mdnner, die nur Mdnnerfreundschaften haben, kommen vielleicht nie aus dem SchulterkloPfen raus. Ein amerikanischer Student hat ein Video auf YouTube gestellt, in dem er ein Dutzend sei- ten nicht. Deshalb gibt es sie eigentlich erst seit den siebziger Jahren, seit mehr Frauen rie ner Kommilitonen von der,Utah State University auf dem W'eg zur Bibliothek mit der heiklen Frage konfrondert: Kiinnen Frauen und Mlnnei Freunde sein? Zuerst die Frauen' Sie saeen alle: ,]a, natiirlich, Idarln Dann die Menn"er, ,rerdrucLst: ,lihm, also. Ich glaube nicht.n Man sei nun einmal Mann, man habe seine Geftihle, da sei nichts zu machen' Auf dem Riickrveg fragt der Filmemacher dann noch einmal bei din Frauen nach, wie viele ihrer minnlichen Freunde wohl insgeheim gern mit ihnen erwas anhngen wiirdenr.'\a i"r, ,o q.r.h.rr: Alle.n Dem Studenten bleibt nr'r, .i-r. Schlussfolgerung: 'lhr sagt also: Minner und Frauen kiinnen nicht befreundet sein.n Aber stimmt das wirklich? iikonomisch unabhiingig sind. In der TV-Se- Es ist verriickt, und moralisch so leicht wie heute, mit 'den andereno befreundet zu sein, und trotzdem lassen sich so viele die Gelegenheit entgehen! Die Berliner Psychologin und Paartherapeu- Ni. *rt es soziologisch Mad Men, die Anfang der Sechziger in einer'Werbeagentur in New York spielt, liegt dieser Momeit noch in ganz ferner Zukunft' Allerdings ahnt man in der Serie schon' was heute la-igst \Tirklichkeit ist: Immer haufiger sind Frauln eine ernst zu nehmende Konkurrenz fiiLr ihre minnlichen Kollegen. Nicht jeder ist in der Lage, da noch freundschaftliche Geftihle zu enrwickeln. tin Julia Bellabarba isinicht iiberrascht, solche Freundschaften bei vielen dass kuten nicht hoch im Kurs stehen: ,\0er sich hauptslchlich iiber erotische Altraktivitit definiert, ftir den kann ein Freundschaftsangebot eine regelrechte Beleidigung sein'o Das gelte ftirriele Frauen. ,\7ir li<innten Freunde seinn hei8t fiir sie: Noch vor fiinfzig Jahren hltte eine Freundschaft zwischen Mann und Frau beide siehst schei8e aus, Baby'u Ist das nicht arm - auf Freundschaft zu verzichten, blo8 weil man nicht von morgens bis abends anseschwirmt wird? " Drb.i hat gerade Deutschland spltes- ,Du Jung, studentisch, unverheiratet - in diesei ,Kohorten gibt es heute nach meiner Beobachtune die heisten solcher Beziehunds friends uhh benefits - also een, oft ",r.f, in d.rr.n man durchaus geleFreundschaften, eentlich miteinander schlift, manchmal auch Einfach zum Tiost, ohne dass daraus die geftirchteten Verpflichtungen entstiinden. ^ . Ich habe tiberhaupt so meine Zwe$el' dass man das Geschlecht wirklich ganz vergisst. Mlnner-Frauen-Freundschaften rt9t"h' ins Gerede gebracht, als Ehebrecher, als loses Miststiick. \(o der Fundamentalismus regiert, wie in Saudi-fuabien, ist Freundschaft l"i..h.t Minnern und Frauen noch heute undenkbar. In armen Llndern, wo man kimpfen muss, um die Familie am Leben zu halten, ist sie ein Luxus, den sich keiner leisten kann. Sie ist biologisch nicht 'niitign; die Evolution braucht sie nicht. Sie ist ein Tiiumoh der Zivilisadon. Man lacht sich mitein"ni.. kapun, singt alberne Lieder (horsing tens seit der Friihiomantik eine reiche Tiadition in sorgsam kultivierten Minner-FrauenFreundscliaften. Die Damen tibersetzten Shakespeare, die Herren schrieben Gedichte; wer eine Geldquelle hatte, hielt einen anderen ii. aus oder lud around sagen die Amerikaner), trtistet sich gegenseitigi man in den Salon, in dem sie sich dann rafen, um zu dichten und zu schwdrmen und so weiter. Die andere ltra, die mir vorbildlich erscheint, ist die der amerikanischen Screwball-Comedp der drei8iger und der vierziger Jahre mit Cary Grant und Ingrid Bereman-mit blitzschnellen, eleganten Dialog.rrl S-okit gt und Hiiten. Frauen bekom- oder spdter eben doch Ennluschungen, gin.,., *i. das die minnlichen Studenten in Utah vermutet haben. r.t.rrg o* Sex lreisen, prod,z.ieren friiher brdt sich Bratkartoffeln, Sex ist der Goldfaden, der immer mit durch das Gewebe leuft' wenn Minner und Frauen befreundet sind. Manchmal sieht man ihn gar nicht. Aus dem Goldfaden im Gewebe darf halt kein TePPich werden. Also, meine Hett t t Die Frau, die da neben Ihnen in der De-Kooning-Ausstellung Lift ti.tt ""s dem GePingnis frei oder besucht sich im Krankenhaus. iren in diesen Filmen auch schon mal einen Klar, all das gibt es auch mit Freundinnen. Aber der Kick entstehr durch das Anderssein, den Rest Fremdheit zwischen den Geschlechtern; meinetwegen: den Se"x, der aber eben ,zielgehemmtn bleibt, wie Freud gesagt hiitte. Man riecht geniisslich das Rasierwasser' und genau da" ohne zu nah raniugehen Kinnhaken verPasst und fallen dekorativ und betrunken in den Pool, schreiben aber auch Enthii{lungsartikel und sind insgesamt /aa'maintenaice: Sie miissen vom Mann weder ijkonomisch ausgehalten noch amiisiert, noch beschtitzt *erden, ktinnen aber auf ihn ziihlen, wenn die Polizei kommt. Man muss ia mit solchen Thesen sehr vorsichtig sein, und ich kann es auch nicht beweisen - aber ich behaupte mal' dass MIn- steht oder vorhin in der Konferenz diesen guten Einfall hatte, ist vielleicht nicht Ihr iyp. Urnto besser. Bringen Sie-in erfa\yng' wai sie sonst noch dles draufhat' Vielleicht kennt sie sich blendend in Budapest aus oder hat eine fabelhaft triistende Telefonstimme' Den Damen, gerade den eingefleisch- macht den Reiz solcher Freundschaften aus' Das ist manchmal eine Herausforderung' Aber es lohnt sich, ihr die Stirn zu bieten' 'Wenn Frauen sich nur mit Frauen treffen, kommen sie aus dem Herz-Ausschiitten oft gar nicht mehr raus und machen es sich in - ten Singles an der Schwelle zur Bitte-rkeit, tWinter nerfreundschaft iaten. miichte ich energisch zur guten alten Mln- ist die per- ner-Frauen-Freundschaften dunsserad zu- und mit dem Alter abnehmen' elri "ri.l soziales Gefille oder andere Ungleichgewichte veruagen solche Freundschaf- mit dem Bil- fekte Zeit ftir ein ausgiebiges horsing around: wieherndes Gellchter, alberne Scherze, groteske Posen. Spltere Freundschaft nicht aus' geschlossen. ZEITMAGAZIN .. anrufen? . anzusprechen? Bis wann in der Nacht wiirdest du mich was ist/wdre spontan: Ein Tisch, an dem wir zusammensaBen, und woriiber wir spracheri? 21 '

   
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